Tradition
Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.
- Jean Jaurès
Der traditionelle chinesische Altar
- Kennzeichen einer traditionellen Schule
- den Ahnen gewidmet
- wird vom Meister des Besitzers eingeweiht
- wird zu besonderen Anlässen feierlich geschmückt, z.B. zu chinesisch Neujahr oder einer Meistergradprüfung; soll dann besonders gastlich und einladend sein, mit Essen und Trinken für das leibliche Wohl
Vom roten Banner über die Löwen bis zu General Kwan Yu - jedes Element auf dem Altar hat seine eigene Bedeutung. Erkunde den geschmückten Altar.
nach obenEntstehungsgeschichte des Drachentanzes
Vor vielen hundert Jahren, irgendwo im heutigen China, gab es ein kleines, friedliches Dorf. Alle lebten in Glückseligkeit und Harmonie. Doch eines Tages wurden sie von bösen Geistern und Dämonen heimgesucht, welche Angst und Schrecken im Dorf verbreiteten. Mutige Männer versuchten wieder und wieder, diese bösen Mächte aus dem Dorf zu vertreiben, aber alle ihre Versuche scheiterten kläglich. Viele dieser tapferen Männer starben eines qualvollen Todes.
Ein kleiner, molliger Mönch, der sich zu dieser schrecklichen Zeit auch im Dorf aufhielt, sah es als seine Pflicht, den armen Dorfbewohnern zu helfen, und versuchte mit kluger List, die Geister zu vertreiben. Jedoch musste auch er sich bald eingestehen, dass er gegen die bösen Geister und Dämonen nichts ausrichten konnte, denn alles, was er auch versuchte, reichte nicht aus, die bösen Mächte endgültig aus dem Dorf zu vertreiben. So beschloss der kleine Mönch, sich auf den Weg zu machen, um in den hohen Himmelsbergen den dort lebenden Drachen aufzusuchen, von dem man sich erzählte, dass er furchtlos sei und vor nichts zurückschrecke.
Nach einer langen und mühseligen Reise auf steinigen Wegen fand der kleine Mönch den Drachen schließlich in einer Höhle mitten in den Bergen. Erschöpft trug der kleine Mönch dem Drachen seine Geschichte vor und bat ihn um Hilfe. Der Drache willigte, ohne lange zu zögern, ein, und so machten sich die beiden auf den Weg zurück ins Dorf.
Es war der Tag des Neumondes, an dem der Drache mit laut wirbelnden Trommelschritten und Knallkörpern das bedrohte Dorf erreichte und die bösen Geister und Dämonen zu Tode erschreckte und ängstigte. Gleichzeitig aber kehrte Freude und Erleichterung in die Gesichter der Dorfbewohner zurück, als sie sahen, wie ein böser Geist nach dem anderen, wie ein Dämon nach dem anderen aus dem Dorf floh. Denn die laute Musik jagte ihnen einen so großen Schrecken ein, dass sie schreiend davonliefen und schworen, das laute Dorf nie wieder zu betreten. Letzten Endes standen sich nur noch die Anführer der Dämonenhorden und der Drache gegenüber und lieferten sich einen unerbittlichen Kampf auf Leben und Tod.
Schließlich aber verhalf der kleine Mönch dem Drachen zum Sieg, indem er ihm eine kleine List ins Ohr flüsterte, womit der Drache in der Lage war, die bösen Dämonen aufzufressen. Von diesem Augenblick an herrschten wieder Ruhe und Frieden in dem kleinen Dorf. Um ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen, veranstalteten die Dorfbewohner ein großes Fest für den Mönch und den Drachen. Ausgelassen tanzten alle Dorfbewohner, der kleine Mönch und der Drache zu den wirbelnden Trommelschritten.
Am nächsten Morgen jedoch verließen der kleine Mönch und der Drache das Dorf wieder und kehrten gemeinsam in die hohen Himmelsberge zurück, von wo aus sie das friedliche Treiben im Dorf beobachten konnten. Daher darf bei Neujahrsfesten - aber auch bei Hochzeiten, Geburtstagen, Geschäftseröffnungen und vielen anderen wichtigen Ereignissen - der Drachentanz mit seinen laut wirbelnden Trommelschlägen und lauten Knalleffekten nicht fehlen, um die bösen Geister von uns fernzuhalten.
Außerdem heißt es, dass überall dort, wo der Drache auftritt und tanzt, den Menschen Glück und Zufriedenheit geschenkt wird.
nach obenWann schenke ich dem Meister etwas?
| Chin. Neujahr | Geburtstag | Weihnachten |
|---|---|---|
| aus Tradition, um viel Glück (Fa Fa Fa) zu schenken | als Anerkennung und Erinnerung | wurde aus der westlichen Welt übernommen |
Wieso schenke ich dem Meister / Schulleiter etwas?
In der Vergangenheit war er nicht nur der Meister, sondern auch der Vater. Die Schüler lebten und trainierten bei ihm und nannten ihn daher Shih Fu. Sie schenkten ihm etwas zum chinesischen Neujahr und zum Geburtstag. Dieses ist über Jahrhunderte bis heute geblieben, obwohl die Schüler nicht mehr bei ihrem Meister leben.
Wie und was schenkt man dem Meister?
Früher sind die Schüler mit dem Meister zu diesen drei Anlässen zum Essen gegangen und haben ihn eingeladen. Der älteste und höchste Schüler hat Geld (jeder gab nur so viel, wie er konnte) gesammelt und es in einen roten Umschlag gesteckt. Diese Gabe wurde und wird Hung Pao genannt. Nach dem Essen wurde der Umschlag mit einer kleinen Rede überreicht. Auch diese Tradition wurde in traditionellen Stilen beibehalten.
Eine Uhr sollte man aber nicht schenken. Dies bedeutet, dass seine Zeit abgelaufen ist.
Wie ist die Sitzordnung beim Essen?
Neben dem Meister sitzt seine Frau (Shih Ma), rechts von ihm sitzt der ranghöchste Schüler und zu seiner Linken der nächste Schüler.
Was ist wichtig beim Essen?
Der Meister fängt mit dem Essen an. Gelegentlich muss das Essen von einem Schüler bestellt werden. Dieser muss darauf achten, dass das Lieblingsgericht und andere verschiedene Gerichte dabei sind. Der Meister verteilt auch gerne das Essen. Die Schüler sollten dies auch essen, da es eine Ehre ist, von ihm etwas zu bekommen. Ein sehr wichtiger Punkt beim Essen ist das Tee-Einschenken. Die Tasse des Meisters sollte nie mehr als halb leer sein. Der rangniedrigste Schüler musste immer nachschenken. Um den anderen Schülern Respekt zu zeigen, musste er ihnen ebenso den Tee einschenken. Meistens schenkt aber jeder jedem den Tee ein, um seinen Respekt zu zeigen. Wer dem Meister am nächsten sitzt, achtet darauf, dass er immer genügend Tee hat.
Was bedeutet das Klopfen mit dem rechten Zeigefinger?
Dieses Zeichen wird benutzt, um beim Tee-Einschenken "Danke" zu sagen und dieses auch zu würdigen. Dieses Zeichen geht viele Jahrhunderte zurück.
Ein König reiste einst mit seinem Gefolge durch das Land. Da er nicht erkannt werden wollte, reiste er mit seinem Gefolge als normale Kaufleute. In einem Rasthaus kehrten sie ein, und um ihre Gleichheit zu zeigen (damit Räuber keinen Verdacht schöpften), nahm der König den Teepott und schenkte den anderen den Tee ein. Diese klopften dann mit dem rechten Zeigefinger zweimal auf den Tisch, um sich zu bedanken. Dieses Zeichen hat sich dann verbreitet.
Es gibt diese Geschichte nicht schriftlich, sondern nur mündlich überliefert. Daher kann man nicht sagen, um welchen Kaiser / König es sich handelte und ob dies wirklich so war.
nach obenDer chinesische Löwentanz
Der Löwentanz ist ein traditioneller chinesischer Tanz, der von mindestens einem Löwen aufgeführt wird. Jeweils zwei Tänzer stecken in einem kunstvoll gestalteten Löwenkostüm. Der Vordermann bewegt den Kopf und steuert die Mimik des Löwen. Augen und Mund können bewegt werden und ermöglichen es, diverse Gemütszustände darzustellen, z.B. Neugier, Angst, Erstaunen, Wagemut, Erschöpfung, Müdigkeit, etc. Der Hintermann bewegt den Körper passend zum Vordermann, um Bewegungen möglichst harmonisch erscheinen zu lassen.
Um den Löwen, welcher auch ein Tier des Jahres im chinesischen Kalender ist, und dessen 'Entstehung' in China ranken sich viele alte Legenden. Die Legende, die hier erzählt werden soll, beruft sich auf den damaligen Kaiser der Qing-Dynastie, Qianlong.
Eines Nachts hatte der Kaiser, welcher vor einer wichtigen Schlacht stand und große Angst hatte, sein Reich könne zerfallen, einen merkwürdigen Traum. Er träumte von einem mythischen Wesen, aus dessen Kopfmitte ein Horn ragte. Der Kaiser fühlte sich beängstigt, näherte sich jedoch dem Wesen und berührte dessen Horn, woraufhin das Wesen verschwand. Der Kaiser ließ sofort am nächsten Morgen seine Gelehrten und Diener rufen, um herauszufinden, was der Traum und dieses Wesen zu bedeuten hatten.
Seine Untergebenen kamen schließlich zum Schluss, dass es sich bei dem Wesen um einen Löwen, ein Tier aus dem Westen, handeln könne. Da der Kaiser die wichtige Schlacht gewann, nannte er diesen Löwen fortan Ruishi (chin. 瑞獸/瑞獅, ruìshī, "Glückslöwe").
Der Kaiser ließ einen Löwen bauen. Und da noch nie jemand einen echten Löwen gesehen hatte, wurde er so gebaut, wie der Kaiser ihn in seinem Traum gesehen hatte. Um diesen Löwen nun mit Leben zu erfüllen, experimentierten verschiedene Kampfkunstvertreter mit verschiedenen Choreographien von Tanzschritten. So entstand nach einiger Zeit eine eigenständige Form des Tanzes, die noch heute als "Löwentanz" bekannt ist.
Der Löwentanz wird in China bei allen größeren Festlichkeiten, wie z.B. jedes Jahr zum Neujahrsfest, bei Hochzeiten, Jubiläen und zu Geschäftseröffnungen, aufgeführt. Natürlich ist der Löwentanz auch Einleitung für alle Kung-Fu-Veranstaltungen, seien es Vorführungen oder Meisterschaften. Zudem dient er bei Einweihungen von wichtigen Gebäuden oder bedeutenden Ereignissen, wie z.B. Meistergradprüfungen, als glückbringendes Ritual: durch das Gebrüll des Löwen, symbolisiert durch die begleitenden Trommeln, werden die bösen Geister vertrieben.
nach obenDie traditionelle Schule
Das Chinese Kuoshu Institute ist eine traditionelle Schule. Das bedeutet einerseits, dass hier traditionelle Kampfkünste unterrichtet werden, und andererseits, dass in der Schule bestimmte Werte und Traditionen, wie der Löwentanz, gepflegt und aufrechterhalten werden.
Eine traditionelle Schule zeichnet sich durch folgende Installationen aus:
- ein traditioneller Altar samt Ahnentafel
- beschützende Löwen und dazugehörige Trommel
- eine Tafel mit Namen der Meister und Trainer
- verschiedene Fahnen und Waffen
- General Kwan wacht über die Schule
- eine rote Eingangstüre