Allgemeines

Ich fürchte nicht den Mann, der 10.000 Tritte einmal geübt hat, sondern den, der einen Tritt 10.000-mal geübt hat.
- Bruce Lee

Der Bruchtest

Bruchtest Phase 1: Treffpunkt fixieren Phase 1: Treffpunkt fixieren
Bruchtest Phase 2: Ausholen Phase 2: Ausholen
Bruchtest Phase 3: Treffen Phase 3: Treffen
Bruchtest Phase 4: Durchstoßen Phase 4: Durchstoßen
Bruchtest Phase 5: Arretieren Phase 5: Arretieren

Der Bruchtest ist eine beliebte Methode, insbesondere im Tae Kwon Do, um Können zu prüfen und zu zeigen. Der klassische Bruchtest wird mit einem oder mehreren Holzscheiten durchgeführt, wobei Anzahl und Dicke der Scheite dem Ausführenden angepasst sein sollten. Dabei ist es wichtig, dass die Halter das Brett fest und immer am selben Punkt halten, damit sich der Vorführende nur auf die Technik konzentrieren muss.
Wichtig ist immer, dass der Vorführende sehr konzentriert ist und all seine Kraft und Schnelligkeit in die Technik legt. Für Farbgurte werden in den meisten Schulen Techniken benutzt, in denen die Bewegung gerade nach vorne geht. Bei begabten Schülern werden auch schwierigere Techniken gemacht, welche aber ausreichend trainiert werden sollten.
Die Techniken eines Schwarzgurtes sollten einen wesentlich höheren Anspruch haben, da dieser seinen Stellenwert damit zeigt. Er zeigt z.B., dass er mehrere Bretter gleichzeitig zerbricht, einen Reihenbruchtest oder Techniken, welche in der Luft vollzogen werden, um seine Körperkontrolle zu zeigen. Wer diesen Punkt erreicht hat, kann nur durch Schnelligkeit oder durch mehr Bretter seinen Stellenwert noch besser demonstrieren.

Physikalisch gesehen basiert der Bruchtest auf der Massenträgheit; das Material wird mehr 'zerbogen' als 'zerschlagen'. Daher sind für einen erfolgreichen Bruchtest vor allem Kraft, Geschwindigkeit und Präzision wichtig sowie die Entschlossenheit und der Wille, diese zu trainieren.

Neben dem klassischen Bruchtest mit Holz gibt es eine Vielzahl weiterer, spektakulärerer Bruchtests, welche insbesondere seit den Auftritten der Wu Shu Shaolin Mönche bekannt geworden sind. Wenn man mal von dem Show-Aspekt absieht, mag man sich fragen, was hinter diesen scheinbar übermenschlichen Leistungen steckt.

Bruchtest-Arten

Der klassische Bruchtest
wird meistens für Prüfungen hergenommen, um die Willensstärke zu prüfen. Das Brett wird fest aufgelegt oder durch einen oder zwei Helfer fixiert. Der Ausübende macht dann eine Hand- oder Beintechnik, um das Brett zu zerbrechen.

Beim Geschwindigkeitsbruchtest
wird das Brett nicht von anderen Personen gehalten, sondern man hält es selbst. Der Vorführende macht seine Technik so schnell er sie kann und konzentriert seine Energie auf einen Punkt auf dem Brett. Es ist dabei zu beachten, dass die Kraft durch das Brett gehen muss, damit es bricht.

Mit dem Reihenbruchtest
zeigt der Vorführende, dass er seine Techniken beherrscht und sie in verschiedenster Reihenfolge setzen kann. Nach Beendigung des ersten Bruchtests folgt der nächste ohne Pause. In der Regel werden 3-5 Bretter genommen und mit verschiedensten Hand- und Beintechniken zerbrochen.

Der Bruchtest mit gedrehten Techniken
zeigt, dass die Konzentration des Vorführenden nicht abgelenkt wird, da man bei der Technik für einen Bruchteil den Gegenstand nicht sieht und trotzdem die Technik ans Ziel bringt.

Der Bruchtest im Sprung
unterscheidet sich dadurch von den meisten Bruchtests, dass der Vorführende nicht fest auf dem Boden steht. Sein Körper befindet sich in der Luft und er hat keinen Gegenhalt, wenn er die Technik ausführt. Der Vorteil ist, dass man sein ganzes Körpergewicht mit in die Technik legen kann. Es ist aber wichtig, dass er nach der Technik auf den Füßen landet.

Die zeitgleichen Bruchtests
sind eine faszinierende Art, denn es werden zum gleichen Zeitpunkt mehrere Bretter zerbrochen (im Gegensatz zum Reihenbruchtest, wo die Bretter nacheinander zerbrochen werden). Hier muss die Konzentration gleichzeitig auf mehrere Stationen gelegt werden. Bei den meisten wird ein Sprung eingebaut und die Energie des Körpers muss geteilt werden, um zum Erfolg zu gelangen.

Der akrobatische Bruchtest
ist wie eine Art Unterschrift des Vorführenden, denn er will sein spezielles Können zeigen. Bei dieser Art Bruchtest werden verschiedene akrobatische Teile wie Drehungen, Räder und Salti eingebaut, um das Können zu beweisen. Meistens werden diese Bruchtests für Vorführungen oder für Bruchtestwettkämpfe choreographiert.

Beim Bruchtest mit Steinen
wird vor allem Kraft demonstriert. Diese Art wird von Personen gemacht, denen ein Brett zu weich / einfach ist. Benützt werden in der Regel Ziegel, Gasbetonplatten oder Eis. Wichtig ist hier zu bemerken, dass die Technik absolut richtig ausgeführt werden muss, da diese Materialien härter sind als der menschliche Knochen. Hier können Verletzungen auftreten. Alle Energie muss im Körper konzentriert und mit der Technik auf den richtigen Punkt gebracht werden.

Der Bruchtest mit Steinen und Schnelligkeit
ist die höchste und schwerste Form, da die Technik so schnell wie möglich ausgeführt und in mitten der Bewegung die volle Energie freigesetzt werden muss, damit der Stein zerbricht. Wenn dies nicht passiert, wird der Stein nur bewegt.

Die Technik

Generell ist anzumerken, dass der Ausführende überzeugt sein muss und die Technik mehrmals auf eine Pratze geübt haben sollte. Auch sollte er mehrmals ausführen, damit der Abstand stimmt. Das Zielnehmen sollte jedoch nicht zu oft (gerade bei Vorführungen) und gerade bei Hochgraduierten nicht öfter als 2x erfolgen.

  • Kurz nach dem Schlag stoppen
    Dies erzeugt einen Peitschen-Effekt; dadurch bleibt die Energie da, wo sie sein soll.
  • Stabiler Untergrund
    Ein federnder Untergrund absorbiert die Schlag-Energie und schützt damit das Bruchmaterial, ganz ähnlich wie die Stoßdämpfer eines Autos die Insassen schützen.
  • Anheben des Bruchmaterials
    Wenn möglich, kann man das Bruchmaterial ein wenig anheben, damit es beim Schlag zusätzlich auf den Untergrund knallt. Dadurch erfährt es nicht nur Kraft von oben durch den Schlag, sondern auch Kraft von unten durch den Aufprall.

Tipps und Tricks

Die folgende Liste soll keine Leistungen schmälern. Es bedarf sehr viel Training und Entschlossenheit, um die nötige Kraft, Geschwindigkeit und Präzision zu entwickeln, die für derartige Bruchtests notwendig sind. Diese Liste soll lediglich etwas Licht in scheinbar unmöglich anmutende Bruchtests bringen und sie etwas entmystifizieren.

  • Lebendes Material (Kokosnüsse, Holz, ...) sollte trocken sein
    Ist das Material trocken, ist der Zusammenhalt der Fasern schwächer; damit ist das Material spröde.
  • Betonplatten zerschlagen
    Es handelt sich hierbei um Porenbeton.
  • Gusseisen mit dem Schädel zertrümmern
    Das Gusseisen wurde vorher abgeschreckt, dadurch ist es spröde.
  • Lange Holzstange gegen den Körper (Unterleib, Bauch, ...) schlagen
    Der Körper wird mit der Mitte des Holzes getroffen. Dadurch schwingt das Holz und biegt sich durch. In diesem Moment wird das Holz schnell zurückgezogen und damit überstreckt; das Holz zerbricht.
  • Dünner Speer gegen die Kehle drücken
    Zunächst einmal ist die Spitze natürlich stumpf. Durch den Druck biegt sich der relativ dünne Speer stark durch, und die Kraft geht nicht direkt in die Kehle, da die Angriffsfläche flacher wird.
  • Schale klebt am Bauch
    Die Schale wird durch Unterdruck am Bauch gehalten, welcher dazu möglichst glatt sein sollte. Meistens wird dazu mit Creme nachgeholfen.
  • Melone im Nacken mit Schwert zerteilen
    Hier ist Übung gefragt, um die nötige Präzision zu erlangen. Dennoch befindet sich ein querliegender Nagel in der Frucht als Schutz.
  • Freihängende Bruchtests
    Diese Art von Bruchtests sind die schwierigsten, hier zählen Treffsicherheit, Kraft und Geschwindigkeit, um die Trägheit auszunutzen.
  • Bruchmaterial, an Papierstreifen hängend, mit Schwert durchhacken
    Das Papier wird mehrmals geknickt, damit es stabiler ist. Das erzeugt etwas Spielraum, sonst zählt hier vor allem Geschwindigkeit.
  • Kieselsteine zerschlagen
    Kieselsteine sind stabil, aber gebrochene und wieder zusammengewachsene Knochen sind stabiler, also fleißig üben...
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Druck- oder Atemipunkte

Atemipunkte (jap., wörtlich: Körpertreffer) sind spezielle Punkte am Körper, die auf Druck besonders stark reagieren.

Medizinisch gesehen sind Atemipunkte Stellen, wo besonders viele Nervenstränge entlanglaufen und sich überkreuzen. Das Gesicht etwa hat, da sich hier vier unserer fünf Sinne befinden, eine besonders hohe Anzahl von Atemipunkten.

Atemipunkte werden benutzt, um die Konzentration des Gegners zu brechen, um sich dann etwa aus einem Griff zu befreien. Sie sind auch nützlich, um einen Wurf oder einen Hebel vorzubereiten. Dazu sind sie besonders geeignet, weil sie am ganzen Körper zu finden sind und nicht viel Kraft erfordern, um Wirkung zu erzielen.

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Hebel- und Haltetechniken

Hebel sind Nahkampftechniken und werden verwendet, um den Gegner zu Boden zu bringen und / oder zu kontrollieren. Sie haben einen festen Platz in allen Selbstverteidigungssystemen, insbesondere aber im Aikido, Judo und Ju-Jutsu.

Medizinisch gesehen beruht ihre Wirkung darauf, dass unsere Gelenke nicht in alle Richtungen beliebig belastbar sind. Das Überstrecken von Gelenken in die 'richtige' Richtung ruft starke Schmerzen hervor. Ihren Namen haben die Hebel vom physikalischen Hebelgesetz.

Typische Ziele von Hebeln sind die Schulter, der Ellenbogen und das Handgelenk. Seltener wird das Knie oder das Fußgelenk angegriffen, da der Gegner dazu vorher zu Boden gebracht werden muss. Es existieren noch andere Hebel, wie etwa für den Hals, diese werden aber aufgrund ihrer Gefährlichkeit nicht praktiziert.

Um die Verletzungsgefahr so gering wie möglich zu halten, empfiehlt es sich, sich vor dem Hebeltraining gründlich aufzuwärmen und die Gelenke zu dehnen. Beim Training selber sollte man sich mit seinem Partner absprechen.

Einen Hebel gezielt einzusetzen kann sich als schwierig erweisen, da er so schnell ausgeführt werden muss, dass der Gegner keine Zeit hat, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Auch muss der Gegner vorher in eine entsprechende Position gebracht werden, damit er sich nicht aus dem Hebel herausdrehen kann. Daher empfiehlt es sich, den Gegner vorher abzulenken, etwa durch einen Schockschlag oder durch die Benutzung eines Atemipunktes.

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Rolle der Kampfkünste

Personen, welche schon länger asiatische Kampfkünste betreiben, sind besser darauf vorbereitet, sich zu verteidigen. Sie machen Bruchtests, welche man mit menschlichen Knochen gleichsetzen kann. Außerdem beherrschen sie normalerweise auch Techniken, mit denen sie Menschen töten können, dieses Wissen aber nur im äußersten Notfall anwenden.

Grundsätzlich sollte gesagt sein, dass nur so viel Kraft in die Techniken zu legen ist, wie nötig ist. Ziel sollte es sein, den Angreifer zu kontrollieren und nicht zu töten. Auch sollten die asiatischen Kampfkünste nicht missbraucht werden, um sich selber zu verherrlichen.

Bemerkenswert ist, dass statistisch gesehen die wenigsten Kampfkünstler ihr Können jemals zur Selbstverteidigung benutzen müssen. Dies liegt aller Wahrscheinlichkeit nach daran, dass Kampfkünstler selbstsicher auftreten und so Gewalttäter abschrecken.

Training

Die Techniken sollten regelmäßig geübt werden, damit sie einem in Fleisch und Blut übergehen und im Notfall zu einem Reflex werden. Die Techniken sollten dabei immer schneller und unter Stress trainiert werden, damit der Übende mehr aus dem Gefühl reagiert und nicht mehr nachdenken muss. In der Realität ist selten Zeit zum Nachdenken.

Als Empfehlung für Techniken:

  • Hände zum Kopf oder Genitalbereich
  • Ellenbogen zum Kopf
  • Füße zum Genitalbereich oder Knie
  • Knie zum Genitalbereich

Selbstverteidigung am CKI

Am CKI werden, neben dem grundsätzlichen Selbstverteidigungswissen innerhalb der Gruppen, spezielle Kurse zur Selbstverteidigung angeboten. Wer Interesse hat, kann sich unter Training → Sicherheit schlau machen.

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Tritte

Tritte haben eine Reihe von Vorteilen im Vergleich zu Schlägen:

  • die Beine haben mehr Masse als die Arme
  • die Beinmuskulatur ist stärker als die Armmuskulatur
  • die Beine sind länger als die Arme

Das bedeutet zum einen, dass Tritte eine größere Reichweite haben als Schläge, so dass man sich den Gegner leichter vom Leib halten kann. Und zum anderen, dass hinter Tritten in der Regel eine größere Wucht liegt, wodurch man mehr Schaden anrichten kann.
Aus diesen Gründen gehören Tritte zum Standardrepertoire nahezu aller Kampfkünste. Die bekannte Kampfkunst Tae Kwon Do legt sogar ihr Hauptaugenmerk auf Tritte.

Tritte können aber auch für den Anwender gefährlich werden. Die größere Masse bedeutet auch größere Trägheit, wodurch Tritte langsamer sind als Schläge. Die Reichweite kann unterlaufen werden, was zu einem großen Problem werden kann, da man zum Zeitpunkt des Tritts nur auf einem Bein steht.
Daher beschränken sich einige Kampfkünste darauf, mit Tritten nur Ziele unterhalb des Brustkorbs anzugreifen, insbesondere Unterleib und Knie. Das gilt insbesondere für Kampfkünste, die sich auf Nahkampf und Selbstverteidigung spezialisieren.

Auf YouTube findet sich eine Unterrichtsreihe zu verschiedenen Tae Kwon Do-Tritten: Revolution of Kicking. Die Reihe besteht aus mehreren Teilen.

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Geheimnis des Schwerpunkts

Wurftechniken sind Nahkampftechniken und werden angewandt, um den Gegner zu Boden zu bringen. Es existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Wurftechniken. Dabei reicht die Auswahl vom einfachen 'Bein stellen' bis hin zu spektakulären 'den Gegner fliegen lassen'. Nicht selten werden sie mit Hebeln kombiniert, um den Gegner zu werfen oder, wenn er am Boden liegt, zu kontrollieren. Gut ausgeführte Wurftechniken benötigen wenig Kraft zur Ausführung, da sie den Schwung und die Bewegung des Gegners geschickt ausnutzen.

Auch wenn manche Systeme, wie Judo oder Aikido, mehr Wert auf Würfe legen als andere Systeme, wie Kung Fu, gehören Würfe, wie auch Hebel, doch zum Grundwissen.

Würfe basieren auf zwei Prinzipien: dem des Gleichgewichtes und dem des Schwerpunktes. Das heißt, um einen Gegner zu Boden zu bringen, kann man entweder dessen Gleichgewicht brechen, indem man zum Beispiel seinen Stand angreift, oder man kann ihn wortwörtlich von den Füßen heben und (weg)werfen. Bei letzterer Methode ist es wichtig, seinen eigenen Schwerpunkt unter dem des Gegners zu bringen, da man sonst größte Schwierigkeiten haben wird, ihn hochzuheben. Bei beiden Methoden ist ein sicherer Stand, die korrekte Positionierung zum Gegner und, ähnlich wie bei den Hebeln, vorheriges Ablenken des Gegners, etwa durch einen Schockschlag oder durch Benutzung eines Atemipunktes, wichtig.

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