Die Geschichte des Tae Kwon Do
Um die Entstehung der koreanischen Kampfkunst Taekwondo zu verstehen, muss man sich auch mit der Geschichte Koreas befassen. Als das Chosonreich, der älteste koreanische Staat, 108 v. Chr. von den Chinesen erobert wurde, beeinflusste die chinesische Kultur die Koreas. So übernahmen die Koreaner Teile ihrer Schrift und Kunst. Dann verlohr das Chosonreich allmählich an chinesischen Einfluss und so entstanden im 3. und 4. Jhd. n. Chr. weiter südlich die Königreiche Koguryo, Paek Je, Silla und Kaya. Koguryo war das größte Königreich. Es beherrschte im 5. Jhd. den größten Teil der Halbinsel und der Mandschurei.
Mitte des 6. Jhd. wurde Kaya von Silla erobert. Da Silla, welches mehr Wert auf den Aufbau dauerhafter sozialer und politischer Institutionen legte, und Paek Je, welches starke Beziehungen zu China und Japan führte und so einen hohen Zivilisationsstandard erreichte, sich vor der Bedrohung Koguryos, das für seine militärischen Eroberungen bekannt war, fürchteten, wurde von König Chin-Hung das Hwarang-Do gegründet. Das Hwarang-Do war eine Vereinigung, in der talentierte Jugendliche aufgenommen und in verschiedenen Künsten, Wissenschaften und der Selbstverteidigung unterrichtet wurden. Das war der erste Schritt zur Entstehung des Taekwondo. Diese Gruppe unterstützte nicht nur die militärische Sicherheit des Landes, sondern beschützte auch als Leibwache das Leben des Königs / Kaisers.
Im Jahre 668 besiegte Silla Koguryo und Paek Je und gründete so den ersten koreanischen Staat. Die Kunst der Selbstverteidugung, genannt Soo Bak Gi und Taekyon, wurde im ganzen Land verbreitet und zur nationalen Kriegskunst erklährt.
Im 9. Jhd. begann der Niedergang von Sillas Monarchie und die alten Reiche lebten wieder auf. Nun gelang es Koryo, das damalige Koguryo, das Land unter seiner Führung zu vereinigen. Das war der Beginn der Koryo-Dynastie, in der Soo Bak Gi und Taekyon weiter gepflegt, perfektioniert und verbreitet wurden. Doch das Glück des Friedens wehrte nicht lange, als die Mongolen in Korea einfielen. Dieser Krieg endete 1259 mit der Eroberung Koryos. Es gelang Koryo 1392 die Mongolen zu vertreiben. Aber das Reich war wirtschaftlich und politisch so angeschlagen, dass es sich 1392 auflöste.
Danach folgte die Choson-Yi-Dynastie. Dies ist eine der längsten Herrschaftsperioden einer einzigen Dynastie, in der 1446 das koreanische Alphabet entwickelt wurde und fast 200 Jahre lang Frieden herrschte. Nun wurden die Kriegskünste der Öffentlichkeit auch zugänglich gemacht. Allerdings begann 1592 die Invasion des Landes durch die Japaner. Sie wollten Korea als Durchgangsweg zur Eroberung Chinas nutzen. 1598 gelang es Korea mit Hilfe der chinesischen Ming-Dynastie die Japaner zu vertreiben. Das Land hatte sich noch nicht wieder richtig erholt, als die Mandschu in Korea einfielen. Doch auch diesmal wurde das Land erfolgreich verteidigt. Nach dieser Zeit des Krieges versuchten die Politiker mit Hilfe Chinas das Land zu modernisieren. Als aber Japans Siege über China 1895 und über Russland 1905 zu einer formellen Annexion Koreas durch Japan führten, begann 1910 die Kontrolle Koreas durch Japan. Japan kontrollierte nun die koreanische Außenpolotik, Polizei und Militär, Währung und Bankwesen, Kommunikationswesen und natürlich auch die Kriegskünste, deren Ausübung in dieser Zeit verboten wurde. Die auf Assimilation ausgerichteten Bemühungen Japans führten auch zu einem Verbot der koreansichen Sprache und koreanischer Familiennamen. All diese Maßnahmen wurden erst mit der japanischen Niederlage im 2. Weltkrieg beendet.
Die Vereinigten Staaten und die damalige UdSSR beschlossen nun Korea entlang des 38. Breitengrades zu teilen. Im Norden übernahm die UdSSR die Führung. Im Süden die Vereinigten Staaten. Man dachte schon an eine Wiedervereinigung Koreas, doch der Kalte Krieg ließ die amerikanisch-sowjetischen Konferenzen scheitern. 1947 begannen beide Mächte Regierungen aufzubauen. Dies führte 1948 zur Gründung der Republik Korea im Süden und zur Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea im Norden.
Während dieser Zeit wurde im Süden wieder die Ausübung von Soo Bak Gi und Taekyon gestattet. Nun fand eine Neuordnung durch General Choi Hong Hi statt, mit der Aufgabe das Taekyon und Soo Bak Gi neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation durchzuführen. In diesem Rahmen änderte er auch mit Hilfe eine Komitees, dem bedeutende Persönlichkeiten Koreas angehörten, den Namen des Teakyon und Soo Bak Gi in Taekwondo um. Doch dann, am 25 Juni 1950, überschritten nordkoreansiche Truppen die Grenze und griffen Südkorea an. Damit begann der Koreakrieg.